Wildalm – Reloaded

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Wie bereits vor zwei Jahren hat es die Outdoor-AG wieder ins Pinzgau auf die Wildalm bei Neukirchen am Großvenediger verschlagen, die vom Almverein Alpinus e.V. betrieben wird. Das Stammteam besteht nach wie vor aus Claudia, Ronja, Andi und Simon.

The Beginning

Bereits auf der Hinfahrt schickte Simon ein Bild mit sonnigen Grüßen und einem traumhaften Bergpanorama von der Wildalm und stimmte uns auf die bevorstehenden Tage ein. Nicht nur das Wetter war uns wohlgesonnen, sondern auch das Glück: Ronja musste zufälligerweise ins Tal und nahm unser Gepäck mit hoch – Gepäckshuttle deluxe. Nach 864 Höhenmetern und knapp zwei Stunden Aufstieg begrüßten uns nicht nur das Team der Wildalm herzlich, sondern auch gleich die neugierigen Ziegen.

Chapter 1 – Good Night, Good Fight

Einige Mitglieder der Outdoor-AG waren vor zwei Jahren schon auf der Wildalm und wussten, worauf sie sich hinsichtlich der Unterbringung einlassen. Damals war die Ziegenherde allerdings bereits weitergezogen und hatte sich nicht, wie dieses Jahr, bei schlechtem Wetter in den Stall verkrochen: Die Kids oben auf dem Heuboden und die Ziegen unten im frei zugänglichem Stallbereich. Die einen wurden vom Glockenbimmeln der Ziegen sanft in den Schlaf gewiegt, die anderen riss es früh am Morgen abrupt aus dem Schlaf und das Ganze untermalt vom Läuten der Kuhglocken.

Chapter 2 – The Tasks

Auch dieses Mal hatten wir neben dem Mithelfen bei der Zubereitung der Mahlzeiten mehr als genug zu tun.

Feuerholz sammeln:
Im Winter sind im Almgebiet einige Lawinen abgegangen und haben Bäume mitgerissen. Diese Stellen meiden Kühe, weshalb das Totholz eingesammelt werden muss. Challenge: Welches von zwei Teams sammelt mehr Holz? Ergebnis: unentschieden. Siegprämie: großes Lagerfeuer (fiel leider dem Regen zum Opfer).

Zaunmaterial und Salzsteingut auf die Hochalm tragen:

Mit viel Kraft musste Zaunmaterial, bestehend aus Pfählen und Litzen, sowie Salzsteingut auf die Hochalm getragen werden. So wird im Laufe der Saison das Almgebiet erweitert, variiert und ein Abwandern des Viehs verhindert. Die pflanzliche Nahrung der Tiere enthält von Natur aus viel Kalium, aber wenig Natrium. Deshalb wird zusätzlich Salzsteingut verabreicht, um den lebenswichtigen Bedarf an Natrium und Chlorid zu decken.

Waale erneuern:

Bereits vor Jahrhunderten wurden in den Almgebieten Bewässerungskanäle, gespeist aus Bergquellen, angelegt. Diese dienen sowohl der gezielten Bewässerung der Wiesen als auch dem Trinkwasserbedarf der Tiere. Einen dieser Waale haben wir renaturiert.

Kühe hirten und zum Melken bringen:

Zweimal täglich muss das Milchvieh von der Weide zum Melkstand gebracht werden. Zudem muss man jeden Tag nach der Mutterkuhherde schauen. Auch hier haben wir das Team der Wildalm tatkräftig unterstützt, egal ob bei Sonnenschein oder strömendem Regen.

Zudem haben wir Almrausch (Almrosen) gesammelt, Holztafeln neu mit Kreidefarbe gestrichen, Ofenanzünder selbst hergestellt sowie den Gemüse- und Kräutergarten kreativ beschildert.

Wettertechnisch schafften wir es allerdings nicht, alle Aufgaben abzuarbeiten.

Chapter 3 – The Food

Kulinarisch wurden wir mehr als verwöhnt und haben auch wieder tatkräftig geschnippelt, geröstet, gekocht und gebacken. Nicht nur den Outdoor-Holzofen hat die Outdoor-AG zum Glühen gebracht, auch den Indoor-Holzofen haben wir ordentlich angeheizt, so wie uns im Winter beim Indoor-Kraxeln in Thalkirchen.

Neben dem leckeren Frühstück aus (fast nur) eigenen Produkten, super Almgröstl und mega Pasta Wildalm-Style waren die Highlights:

Almpizza, Striezeln, Almkebap aus selbstgemachtem Grillkäse und Kaiserschmarrn à la Simon.

Und was ist erfrischender als gezapftes Bergquellwasser aus dem Brunnen, gemixt mit selbstgemachten Sirupen? Gewärmt haben uns Kakao aus eigener Milch und Tee mit selbst gezupfter Minze.

Chapter 4 – Chill Out Time

Doch neben der ganzen Arbeit hatten wir auch genügend Zeit zum Chillen. Egal ob beim Relaxen in der Sonne, beim Genießen des Ausblicks oder beim Kartenspielen – jeder fand für sich ein bisschen Quality Time.

Chapter 5 – The Weather

Dieses Mal war uns das Wetter nicht nur wohlgesonnen, sondern zeitweise auch hundsmiserabel gesinnt. Und im Nachhinein stellte sich unsere Entscheidung, das Alm-Projekt einen Tag früher zu beenden als vollkommen richtig heraus (siehe The End).

Tiere gibt es auf der Wildalm mehr als genug. Doch nicht eines idyllischen Almbildes wegen, jede Tierart hat ihren Nutzen. Die Milchkühe dienen der Produktion von Milch- und Käseerzeugnissen, die Mutterkuhherde hingegen der Zucht. Ohne Hühner kein Kaiserschmarrn à la Simon. Die Ziegenherde und die Pferde leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft und wirken der Verbuschung entgegen. Sie fressen Pflanzen, die die Kühe verschmähen. Die Schweine haben sogar einen doppelten Nutzen: Sie kümmern sich insbesondere um die Beseitigung der überschüssigen Molke aus der Käseproduktion und ohne sie gäbe es keine Almprodukte wie Speck und geräucherte Würste.

The end

Und am Ende war unsere Entscheidung vom Dienstagmorgen, unser Alm-Projekt wetterbedingt einen Tag früher zu beenden, genau die richtige. Nachdem wir am Montag und Dienstag noch Glück mit dem Wetter hatten und der Regen immer viel später und weniger intensiv einsetzte als vorhergesagt, traf die Prognose für Mittwoch voll zu: Dauerregen und Kälte. Bereits am Mittwochmorgen waren die Berggipfel oberhalb der Wildalm mit Schnee bestäubt. Und wie unsere Reise begann, endete sie nach unserer Rückkehr in München auch wieder: Mit einem Bild von Simon, auf dem zu sehen war, dass der Schnee und die Null-Grad-Grenze immer näher an die Wildalm heranrückten.

Ein riesengroßes Lob an die Outdoor-Kids, die so tatkräftig und voller Motivation, Spaß und Freude mit anpackten – egal bei welchem Wetter – und die es in erstaunlicher Weise wieder schafften, die eine Toilette für 22 Personen jedes Mal blitzsauber zu hinterlassen!

Ein riesengroßer Dank an das Wildalm-Team, das uns dieses Projekt ein zweites Mal ermöglichte, die Kids so toll in jede Arbeit eingebunden und mit unendlicher Geduld angeleitet hat! Und von der unbeschreiblichen Gastfreundschaft wollen wir gar nicht erst anfangen!

FÜR WEITERE INFORMATIONEN:

wildalm.alpinus • Instagram-Fotos und -Videos

https://www.instagram.com/wildalm.alpinus/

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